ist ein Neurologe und Psychiater, der seine Laufbahn zunächst in Wissenschaft und Forschung begonnen hat : Nach seinem Medizinstudium (in Paris und Quebec) ging er für 20 Jahre in die USA und betrieb an der Universität Pittsburgh Grundlagenforschung in neurokognitiven Wissenschaften. Servan-Schreiber, Sohn des berühmten Express-Gründers Jean-Jacques Servan-Schreiber, promovierte auf diesem Gebiet bei Herbert Simon – einem der ganz wenigen Psychologen, der einen Nobelpreis erhielt – und James McClelland, einem der Begründer der Theorie der Neuronengeflechte. Die Ergebnisse seiner Doktorarbeit wurden – ein Ritterschlag für jeden Naturwissenschaftler – in der Zeitschrift Science veröffentlicht. Wenig später gründete er zusammen mit Jonathan Cohen das erste Forschungslabor für die Anwendung neurokognitiver Wissenschaften in der Psychiatrie. Nach sechs Jahren stellte Servan-Schreiber fest, dass er immer weniger Kontakt zu Patienten hatte, und fasste den Entschluss, in die Praxis zurückzukehren. Er schloss seine psychiatrische Facharztausbildung an der renommierten medizinischen Fakultät der Universität Pittsburgh ab, wurde 1997 Chefarzt für Psychiatrie an dem der Universität angeschlossenen Shadyside Hospital – und entwickelte bald ein Unbehagen an den routinemäßig angewandten medizinischen Behandlungsmethoden.
Eine der wichtigsten Anregungen für die Suche nach einem anderen Weg der psychiatrischen Behandlung erhielt er 1996 während einer Reise nach Indien : Er war damals 34 und hatte, als einer der Gründungsmitglieder der amerikanischen Sektion von »Ärzte ohne Grenzen« die Gelegenheit, in Dharamsala die traditionelle tibetische Medizin kennen zu lernen. Zu seiner eigenen großen Überraschung konnte er sich von deren Wirksamkeit bei einer ganzen Reihe von chronischen Erkrankungen überzeugen. Im Jahr darauf war er einer der Mitbegründer des Center for Complementary Medicine an der Universität Pittsburgh, einem der ersten Zentren für Alternativmedizin, die an eine Universitätsklinik angeschlossen sind. Hier bekam er die einmalige Chance, unter den kritischen Augen der Schulmediziner in der Kollegenschaft die Wirksamkeit komplementärer Heilmethoden systematisch zu erforschen und seine »neue Medizin der Emotionen« zu entwickeln.
Weitere Informationen auf David Servan-Schreibers Website http://www.guerir.fr oder http://www.nofreudnoprozac.org
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